| Esbjörn Svensson (1964-2008) |
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Die Sonne schien, als Esbjörn Svensson und seine Band e.s.t. eine Pause vom Soundcheck im Berliner Tränenpalast machten. 2002 war das Spreedreieck noch unbebaut und Jazz quoll regelmäßig durch die dichte Luft im Tränenpalast. Ein schöner Nachmittag für ein Interview mit Blick auf die Spree. Esbjörn, sein Schlagzeuger und Sandkastenfreund Magnus Öström und Dan Berglund am Bass bildeten e.s.t., eine der innovativsten Jazztrios der letzten 15 Jahre. Wobei e.s.t. nicht immer und überall als Jazztrio anerkannt wurden. Doch Esbjörn dachte nicht in diesen Kategorien. Für ihn war die Musik immer nur die Musik, egal wie Menschen sie nennen würden. Er saß konzentriert bis ekstatisch am Klavier und bildete mit Öström und Berglund eine Klangwolke, die den ganzen Tränenpalast einnahm, die Tonleitern auf und ab jagte, sich rhythmisch steigerte und in wiederholten Ausbrüchen sich über die Zuhörer ergoss. Bei der Tournee stellten e.s.t. ihr damals neues Album, A Strange Place For Snow (2002), vor, das so warme Klanglandschaften entwirft, in der Schnee wahrhaftig eine merkwürdige Erscheinung wäre. Esbjörn, Magnus und Dan trugen nach einem Konzert in Schloss Elmau händeweise Schnee in die Sauna und lachten über ihren Scherz mit den Elementen. So kam der Titel des Albums zustande. Und vielleicht auch die Magie ihrer Musik, in der sie durch die Zartheit ihrer Musik die Zeit einfrieren und in ihrer Klangsauna gleich wieder zum schmelzen bringen. Das Schmelzwasser ist purer Klang. Im Juni 2008 verunglückte Esbjörn Svensson beim Tauchen. Er hinterlässt eine Frau, einen Sohn und einen unendlich anmutenden Raum nie gespielter Klänge.
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